Östrogen-Dominanz

  
Die meisten Menschen, die an Wechseljahre denken, denken gleichzeitig an Östrogenmangel und dass die typischen Wechseljahrsbeschwerden mit einem Mangel an Östrogen zusammenhängen.

In letzter Zeit verstärkt sich bei Forschern und Ärzten, vor allem im angelsächsischen Raum, jedoch der Eindruck, dass möglicherweise sogar der überwiegende Teil der Wechseljahrsbeschwerden durch ein relatives Zuviel an Östrogenen verursacht wird.

Dieses relative Zuviel an Östrogenen wird auch Östrogendominanz genannt, denn das Östrogen ist in dieser Situation nicht wirklich zuviel, sondern es spielt im Körper eine dominante Rolle, weil das regulierende Progesteron fehlt.

Eigentlich könnte man die Östrogendominanz also auch einfach Progesteronmangel nennen. Aber die Bezeichnung Progesteronmangel drückt nicht deutlich genug aus, dass der Körper sich bei zuwenig Progesteron verhält, als wäre zuviel Östrogen im Blut, weil das Gleichgewicht nicht mehr stimmt.

Die Östrogendominanz kann noch von aussen verstärkt werden, weil sich in vielen tierischen Nahrungsmitteln inzwischen Östrogene als Mastmittel befinden.

Ausserdem werden zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden häufig östrogenhaltige Mittel empfohlen und eingenommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es natürliche Sojapräparate sind oder chemische Hormonpräparate.

Eine zusätzliche Gabe von Östrogenen oder östrogenähnlichen Substanzen verstärkt eine Östrogendominanz und somit auch die typischen Beschwerden einer Östrogendominanz.

Östrogendominanz kann bei manchen Frauen auch in jüngeren Jahren auftreten und macht sich dann meistens als prämenstruelles Syndrom (PMS) oder mit Zyklusstörungen bemerkbar.

In den ersten Jahren der Wechseljahre ist eine Östrogendominanz sehr weit verbreitet.

Diese Phase kann allmählich schon mit Mitte 30 beginnen, wenn die meisten Frauen noch gar nicht an die Wechseljahre denken.

Die gesundheitlichen Beschwerden durch eine Östrogendominanz entsprechen weitgehend den Beschwerden, die schon bei der Beschreibung des Progesteronmangels aufgeführt wurden.

Besonders typische Beschwerden für den relativen Östrogenüberschuss sind folgende Symptome:

Ausserdem wird eine verstärkte Gefahr von Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs im Zusammenhang mit Östrogendominanz befürchtet.

Dass die oben aufgelisteten Symptome teilweise mit denen übereinstimmen, die auch beim Östrogenmangel aufgelistet sind, hängt möglicherweise damit zusammen, dass Hormone oft regulierend wirken, sodass ein Zuviel und ein Zuwenig ähnliche Probke nach sich ziehen können. Oder es hängt vielleicht auch damit zusammen, dass die Medizin im Zusammenhang mit den Wechseljahren vorwiegend den Östrogenmangel betrachtet hat und dass die wichtige Rolle der Östrogendominanz erst seit kurzer Zeit berücksichtigt wird.

Für viele deutschsprachige Ärzte ist das Thema Östrogendominanz noch Neuland. Aber vermutlich wird sich diese Situation in den nächsten Jahren immer mehr verbessern, weil sich die neuen Erkenntnisse immer mehr durchsetzen.

Behandlung

Eine leichte Östrogendominanz kann man mithilfe von Phytohormonen behandeln.

Dafür eignen sich besonders Heilpflanzen und Nahrungsmittel mit progesteronartigen Substanzen.

Insbesondere spielen folgende Pflanzen hierbei eine wichtige Rolle:

Diese Pflanzen enthalten zwar kein echtes Progesteron, sondern nur Substanzen, die sich im Körper ähnlich wie Progesteron verhalten. Das wirkt gegen Östrogendominanz aber ähnlich wie echtes Progesteron.

In hartnäckigen Fällen empfiehlt sich eine Hormonbehandlung mit Progesteron aus der Apotheke.

Hierbei ist das sogenannte "natürliche" Progesteron empfehlenswerter als andere Stoffe aus der Gestagen-Familie, die dem Progesteron nur ähnlich sind.

Siehe auch

Wir haben ein extra Projekt zum Thema Östrogen-Dominanz zusammengestellt:

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