Hormon-Ersatz-Therapie (HET)

  
Wechseljahrsbeschwerden werden häufig mit synthetisch hergestellten Hormonen behandelt.

Es gibt verschiedene Arten von Hormonbehandlungen in den Wechseljahren.

Hormon-Ersatztherapie (HET)

Bei der klassischen Hormon-Ersatztherapie kommen meistens Kombinationspräparate aus Östrogenen und Gestagenen zum Einsatz. Das gilt als verträglicher als eine reine Östrogen-Therapie.

Folgende Östrogen-Arten werden häufig für die Hormon-Ersatz-Therapie verwendet:

  • Ethinylöstradiol (Ethinylestradiol)
  • Stilben
  • Mestranol
  • Epimestrol
  • Polyestradiol
  • Quinestrol
  • Östradiol-17-alpha

Das Ziel dieser Behandlung ist es, im Körper einen Hormonspiegel aufrecht zu erhalten, der dem Zustand vor den Wechseljahren entspricht.

Damit sollen Wechseljahrsbeschwerden verhindert werden und ausserdem soll Brustkrebs oder Gebärmutterkrebs und Herzkreislauferkrankungen verhindert werden.

Manche Anbieter oder Ärzte versprechen sogar das reinste Anti-Aging-Wunder durch die Hormontherapie.

Die typischen Wechseljahrsbeschwerden lassen in vielen Fällen wohl nach, aber die Hormon-Ersatz-Therapie hat erhebliche Nebenwirkungen und möglicherweise fördert sie Krebs und Herzinfarkte sogar, anstatt sie zu verhindern.

Im Jahre 2003 wurde in den USA eine Studie veröffentlicht, die eine Steigerung des Krebsrisikos durch Hormon-Ersatz-Therapie als Ergebnis hatte.

Seitdem ist die Hormonersatztherapie als Standardbehandlung in den Wechseljahren noch erheblich heftiger umstritten als zuvor.

Je nachdem bei welchem Frauenarzt man in Behandlung ist, wird man in den Wechseljahren immer noch automatisch langjährig mit künstlichen Hormonen behandelt oder der Arzt versucht einem zu helfen, möglichst ohne künstliche Hormone auszukommen.

Natürliches Progesteron

In letzter Zeit wird die Behandlung mit "natürlichem Progesteron" immer beliebter.

Diese Behandlungsform ist in den USA schon seit Jahren sehr beliebt und allmählich schwappt diese Modewelle auch nach Europa über.

Mit dem natürlichen Progesteron soll der Progesteronmangel mit der damit verbundenen Östrogendominanz behandelt werden.

Solch eine Behandlung mit Progesteron kann durchaus viele der Wechseljahrsbeschwerden lindern.

Irreführende Bezeichnung

Die Bezeichnung "natürliches Progesteron" ist jedoch etwas irreführend.

Progesteron ist immer Progesteron, denn die Bezeichnung "Progesteron" gilt nur für einen ganz bestimmten Molekülaufbau und das ist genau das Progesteron, das sich im weiblichen Körper findet.

Insofern unterscheidet sich das "natürliche" Progesteron von gestagenhaltigen Medikamenten, denn Gestagene ähneln zwar dem Progesteron, sind aber nicht mit ihm identisch. Gestagen-Produkte haben teilweise erhebliche Nebenwirkungen, die bei echtem Progesteron nicht beobachtet werden.

Um sich von den Gestagenen abzugrenzen, bräuchte man das Progesteron jedoch nicht extra als "natürlich" bezeichnen, denn die Bezeichnung "Progesteron" ist eindeutig genug.

Das Progesteron als Medikament wird zwar aus natürlichen Ausgangsstoffen hergestellt, nämlich entweder aus dem Diosgenin der Yamswurzel oder aus Stigmasterin in Sojabohnen.

Bis aus diesen Ausgangsstoffen echtes Progesteron entsteht, müssen die Substanzen aber mehrstufige Umwandlungsprozesse in chemischen Laboren durchlaufen. Bei diesem Herstellungsprozess kann man nicht mehr von "natürlich" sprechen.

Insofern könnte der Eindruck entstehen, dass die begleitende Bezeichnung "natürlich" vorwiegend Werbezwecken dient, um den Anschein zu erwecken, dass es sich bei den Progesteron-Mitteln um etwas natürliches handelt.

Es handelt sich jedoch um ein chemisch hergestelltes Medikament.

Gute Wirkung gegen Östrogendominanz

Das ändert jedoch nichts an der Wirksamkeit von Progesteronen in den Wechseljahren.

In vielen Fällen können die Wechseljahrsbeschwerden erheblich gebessert werden.

Progesteron kann auch die Gewichtszunahme und die Wassereinlagerungen stoppen, die typisch für Östrogendominanz sind.

Anwendungsformen

Progesteronmittel können als Tabletten angewendet werden oder auch als Pflaster, Salben oder Gels.

Die äusserliche Anwendung gilt als besonders verträglich, weil der Verdauungstrakt umgangen wird. Diese Art der Anwendung ist in Deutschland jedoch noch nicht gebräuchlich und auch noch nicht ausreichend untersucht.

In Deutschland sind Progesteronpräparate verschreibungspflichtig.

Wenn man sich im Internet Progesteronpräparate aus dem Ausland bestellt, erhält man möglicherweise keine guten Mittel mit zuverlässiger Wirkung. Daher bittet man besser seinen Frauenarzt um ein Rezept.

Yams-Cremes

Im Internet angebotene Yams-Cremes enthalten häufig synthetische Progesterone, dann sind sie möglicherweise durchaus wirksam, aber die Bezeichnung Yams-Creme ist dann eher irreführend.

Wenn Yams-Cremes keine synthetischen Progesterone enthalten, ist die Wirkung sehr mild bis hin zu nicht mehr wahrnehmbar. Yams enthält zwar das progesteronähnliche Diosgenin, aber dieses Phytohormon wird vom menschlichen Körper nicht in Progesteron umgewandelt. Es wirkt jedoch ähnlich wie Progesteron und kann daher eine gewisse Wirkung gegen Östrogendominanz haben.

Gestagen-Präparate zur Kurzzeitbehandlung

Beim Vorligen von Eierstockszysten, die durch Progesteronmangel verursacht werden, wird häufig eine kurzzeitige Gestagen-Behandlung verschrieben.

Die für etwa zehn Tage eingenommenen Gestagene ähneln dem Progesteron und fördern einen Eisprung, sodass sich die Zyste auflösen kann.

Durch die Gestagenwirkung können auch Dauerblutungen gestoppt werden, die im Zusammenhang mit Eierstockszysten häufig auftreten.

Solch eine kurzzeitige Gestagenbehandlung kann zwar einige Nebenwirkungen haben, aber eine Dauerblutung ist noch schlimmer als diese Nebenwirkungen.

Eine gesundheitsschädliche Wirkung wie bei der Langzeit-Hormontherapie ist jedoch nicht zu befürchten, weil man die Gestagene ja nur kurze Zeit einnimmt.

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